Wie funktioniert eine Kläranlage?

Unser Abwasser aus dem Haushalt gelangt durch die Kanalisation in ein Klärwerk. Was passiert dort mit dem Wasser?

Wie funktioniert eine Kläranlage?

Teilansicht einer Kläranlage

Schmutziges Wasser aus der Toilette, der Waschmaschine, der Badewanne oder der Dusche nennt man Abwasser. Pro Tag und Person fallen mehr als 100 Liter Abwasser an! Es wird durch Abwasserleitungen aus dem Haus in die Kanalisation geführt. Nicht nur Haushalte erzeugen Abwasser, sondern auch Gewerbebetriebe. Man unterscheidet deshalb Industrie- und Haushaltsabwässer. Das Abwasser enthält eine Reihe von Stoffen, die nicht in Gewässer wie Flüsse oder Seen gelangen dürfen. Das ist in Deutschland und anderen Ländern gesetzlich geregelt.

Um das Abwasser aufzubereiten und zu reinigen, müssen die Inhaltsstoffe entfernt und vom Wasser getrennt werden. Dazu gibt es Kläranlagen, die mit mechanischen, biologischen und chemischen Verfahren arbeiten.

Mechanische Reinigung
Das Abwasser wird durch einen "Rechen" bzw. Sieb geleitet und die groben Inhaltsstoffe und Verschmutzungen werden bei dieser mechanischen Vorreinigung entfernt. Ein "Sandfang" entfernt mineralische Verunreinigungen wie Sand und Steine, welche sich hier absetzen, da sie schwerer sind als Wasser. Im Vorklärbecken werden feine organische Stoffe des Abwassers durch "Sedimentation" (Ablagern von Teilchen durch die Schwerkraft) entfernt.

Biologische Reinigung
Bakterien und andere Mikroorganismen können mittels Sauerstoff organische Stoffe abbauen. Dies geschieht im "Belebungsbecken", wo ständig durch Belüften neuer Sauerstoff zugeführt wird. Im "Nachklärbecken" wird der entstandene Schlamm durch Absetzen vom Abwasser getrennt. Dieser Schlamm muß nun entfernt und weiter behandelt werden. Er wird eingedickt und in einen Faulturm gepumpt, in welchem durch Bakterien ein weiterer Abbau unter Sauerstoffabschluß stattfindet. Dabei entsteht übrigens brennbares Methangas.

Chemische Reinigung
Durch chemische Reaktionen kann Phosphor entfernt werden (Phosphorfällung), aber auch Schwermetalle oder Salze können so entfernt werden.

Der verbleibende, nicht weiter abbaubare Klärschlamm kann in der Landwirtschaft als organischer Dünger verwendet werden, oder er muß einer Verbrennungsanlage (Müll, Kraftwerk) zugeführt werden. Die entstehenden Mengen an organischen Stoffen sind beachtlich! So fallen allein in Hamburg jährlich über 100.000 Tonnen organische Reststoffe an.

Moderne Kläranlagen sind so gebaut, daß die geruchsintensiven Anlagenteile eingehaust sind und deren Abluft behandelt wird. So vermeidet man eine Geruchsbelästigung in der Umgebung.

Foto: © Michael Schütze - Fotolia.com



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