Sinnloser Diebstahl - die Tintensicherung

Das Tintensicherungssystem hat eine relativ hohe abschreckende Wirkung im Handel. Ladendiebstähle verringern sich um 50% bis 80%. Wie funktioniert das?

Sinnloser Diebstahl - die Tintensicherung

Eine Tintensicherung eines Textilhändlers

Sinnloser Diebstahl - die Tintensicherung

Detailbild der Tintensicherung

VON: -VIC-


Es ist ein schöner Tag. Die Sonne scheint. Sie haben Zeit für einen Einkaufsbummel. Die Kleiderständer vor den Geschäften sehen verlockend aus und laden zu mehr ein. An jedem Kleidungsstück befindet sich eine Kapsel mit einer farbigen Flüssigkeit. Sie haben schon oft gesehen, wie sie dann beim Bezahlen an der Kasse entfernt wird - und sich oft gefragt, was das eigentlich ist und wie es funktioniert?


Es handelt sich um eine Art der Warensicherung. Die Einzelhandelsfirmen sichern ihre Waren mit verschiedenen Mitteln gegen Diebstahl. Je nach Wert der Ware geben sie dafür mehr oder weniger Geld aus.

Folgende Warensicherungssysteme werden vom Handel genutzt:

  • konservative Warensicherung (Ware ist unter Verschluss, z.B. Schmuck)
  • Leinensicherung (Anbinden hochwertiger Textilien z.B. Pelze)
  • Sicherung durch Spiegel und Kameras (zur Abschreckung, ersetzt Ladendetektive)
  • Sicherungshüllen (z.B. für Computerspiele)
  • Antennensysteme (An der Ware wird ein Sensor angebracht, der an der Kasse deaktiviert werden muss, sonst gibt es beim Verlassen des Geschäftes ein akustisches Signal)
  • Tintensicherungssysteme (für Textilien).


Die Kapsel, die Sie an ihrem Zielobjekt entdeckt haben, gehört zur letzteren Art der Warensicherung- der Tintensicherung.

Das Tintensicherungssystem hat eine relativ hohe abschreckende Wirkung. Seine Anbieter geben eine Verringerung von Ladendiebstählen um 50% bis 80% an. Das Etikett ist leicht anzubringen und bietet einen relativ hohen Schutz bei minimalen Kosten. Man kann es auch außerhalb des Ladengeschäftes, z.B. vor der Eingangstür (kältebeständig bis -120°C) und auch in Kombination mit anderen Warensicherungssystemen verwenden. Der Kunde kann die Ware trotzdem anprobieren.

Bei der Tintensicherung handelt sich um ein  mit ungiftiger Tinte gefülltes Etikett, das an der Ware angebracht wird, indem der Dorn des Verschlussteiles durch den Stoff in die dafür vorgesehene Öffnung des Farbbehälters gesteckt wird. Wird an diesem System manipuliert oder der Dorn gewaltsam, also auf nicht sachgemäße Art entfernt, reißt der Sollbruchrand an der Unterseite und die Tinte dringt tief in den Stoff ein. Spätestens zuhause bemerkt ein Dieb, dass die Ware völlig unbrauchbar geworden ist. Die Tinte lässt sich durch nichts mehr entfernen.

Die sachgemäße Entfernung geschieht mittels Entkoppler an der Kasse. Dieser öffnet das Etikett kontaktlos, ohne es zu zerstören. Je nach Etikettenart wird der Dorn entweder mit einem starken Elektromagneten freigegeben oder mittels eines Warenhaus-Codes, der mit dem Etikettencode übereinstimmen muss. Die Farbe bleibt in jedem Fall in der Kapsel.

Der Händler setzt bei dieser Art der Warensicherung also auf die Vorbeugung mittels Abschreckung. Verhindern kann er den Diebstahl damit nicht. Ist die Ware trotzdem gestohlen worden, nützt die Zerstörung der Ware dem Händler auch nichts mehr.

Übrigens haben auch die Tintensicherungssysteme ein Verfallsdatum. Werden sie zu alt, kann die Farbe unbrauchbar werden (ihre Konsistenz verändern) und nicht mehr auslaufen.



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