Entstehung und Wirkung eines Wirbelsturms

Wirbelsturm, Taifun, Hurrikan, Zyklon - verschiedene Namen für ein Wetterphänomen mit teilweise schlimmen Folgen

Entstehung und Wirkung eines Wirbelsturms

Wirbelsturm vor der Küste von Florida

Wirbelstürme entstehen in tropischen Klimazonen über den Ozeanen. Die starke Sonneneinstrahlung und die hohen Lufttemperatur sorgen für eine starke Verdunstung des Meereswassers (sog. Phasenübergang flüssig zu gasförmig, bei dem Energie benötigt wird). Verdunstetes Wasser steigt als Wasserdampf auf und gelangt in kühlere Luftschichten der Atmosphäre. Dort kondensiert der Wasserdampf (Phasenübergang gasförmig zu flüssig, bei dem Energie frei wird).

Die Erde rotiert beständig um die eigene Achse, diese Rotation in Richtung Osten führt dazu, daß auch die Luftmassen der Erdatmosphäre rotieren. Diese Rotationsgeschwindigkeit ist überall gleich, aber die tatsächliche Geschwindigkeit an der Oberfläche der Erde ist am Äquator am größten (der Weg ist länger), an den Polen am niedrigsten. (Halte einen Ball zwischen 2 Fingern und drehe ihn und beobachte, wie schnell sich die Oberfläche des Balls bewegt!)

Wenn Luftmassen vom Äquator Richtung Norden strömen, dann behalten sie ihre Geschwindigkeit bei. Da die Oberfläche in Richtung Norden eine immer kleiner Geschwindigkeit hat, bewegen sich die Luftmassen schneller als die darunterliegende Erdoberfläche! Könnten wir die Luftmassenbewegung von der Erde direkt beobachten, dann käme es uns so vor, als ob sie nach rechts abgelenkt würden. Dieses Phänomen wird auch als Corioliskraft bezeichnet. Wenn Luft vom Äquator Richtung Südpol strömt, dann erfolgt der entgegengesetzte Effekt, die Luft wird scheinbar nach links abgelenkt.

Wie entsteht der Wirbelsturm?
Die Corioliskraft ist die Ursache, daß ein tropischer Wirbelsturm mit seinen riesigen Ausdehnungen von mehreren 100 km in Rotation versetzt wird. Die Luftmassen mit der aufsteigenden und kondensierenden Feuchtigkeit rotieren um ein Zentrum, in dem kaum Luftbewegung stattfindet, dieses Zentrum wird auch "Auge" genannt. So ein Wirbelsturm kann sich über dem Meer zu einem recht stabilen System entwickeln, welches mehrere Tage und sogar Wochen erhalten bleibt. Dabei kann der Wirbelsturm große Wege zurücklegen. Die Windgeschwindigkeiten können bis zu 300 km/h erreichen!

Welche Folgen kann der Wirbelsturm haben?
Trifft der Wirbelsturm auf die Küste und wandert landeinwärts, dann beginnt er sich abzuschwächen, weil kein Nachschub in Form von Wasserdampf gebildet werden kann. Seine Kraft reicht aber, um verheerende Schäden zu hinterlassen. Es können Sturmfluten, Erdrutsche, bedingt durch enorme Regenfälle, Überschwemmungen und Windschäden auftreten. Deiche brechen, Häfen und ganze Dörfer können zerstört werden, Äcker werden mit Salzwasser überschwemmt. Strommasten knicken wie Streichhölzer weg, das Strom- und Telefonnetz wird schwer gestört.

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Foto: © harvepino - Fotolia.com



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