Warum wird uns kalt, wenn wir naß sind?

Beim Besuch im Freibad wird uns kühl, wenn wir das Wasser verlasen, bei Wind wird es sogar unangenehm kalt. Warum frieren wir, wenn nasse Haut haben?

Warum wird uns kalt, wenn wir naß sind?

Nach dem Baden schnell ins Handtuch einwickeln, denn uns ist kalt!

Sommerzeit - Badezeit. Die Sonne lockt und die Freibäder füllen sich. Zum Abkühlen geht es ins Wasser, aber wenn wir das Wasser verlassen, wird uns plötzlich noch kälter. So mancher bleibt sogar lieber im Wasser, weil es sich draußen so kalt anfühlt. Kommen wir aus dem Wasser, dann ist unsere Haut naß, mit der Badebekleidung führen wir ebenfalls einiges an Wasser mit uns (deshalb wringen wir die Badehose nach dem Umziehen aus). An der nassen Körperoberfläche beginnt ein Vorgang, den man "Verdunstung" nennt und in dessem Ergebnis die Haut allmählich trocknet.

Was ist Verdunstung?
Verdunstung ist ein physikalischer Vorgang, bei dem ein Körper eine grundlegende Eigenschaft, seinen "Aggregatzustand", ändert. Aus dem flüssigen Aggregatzustand des Wassers wird der der gasförmige Zustand, der Wasserdampf. Wenn ein Körper flüssig ist, können sich seine Teilchen frei bewegen, bleiben aber zusammenhängend. Flüssigkeiten können fließen. Wird der gasförmige Zustand erreicht, dann bewegen sich die Teilchen schneller, haben keinen Zusammenhalt mehr und verteilen sich im Raum. Der Vorgang kann bei jeder Temperatur stattfinden. Wieviel Wasser verdunstet, hängt auch davon ab, wieviel Wasserdampf sich bereits in der Luft befindet.

Damit Wasser verdunsten kann, wird Energie benötigt. Das ist die "Verdunstungsenergie" auch "Verdampfungsenergie" genannt. Diese Energie muß in Form von Wärme bereitgestellt werden. Wenn also Wasser verdunstet und unsere Haut an der Luft trockener wird, dann findet eine Abkühlung statt.

Was bewirkt Wind?
Schon ein leichter Windhauch läßt es uns nach dem Baden kälter vorkommen. Wind bewirkt einerseits, daß die mit Wasserdampf gesättigte Luft von unserer Hautoberfläche wegtransportiert wird, wodurch trockenere Luft nachgeführt wird. Dadurch kann wieder mehr Verdunstung und damit einhergehend Abkühlung stattfinden. Ist die Lufttemperatur kleiner als die Temperatur der Hautoberfläche, dann kommt auch noch ein "konvektiver" Wärmetransport (Wärme wird "mitgenommen") hinzu.

Schwitzen kühlt ab!
Nun haben wir auch eine schöne Erklärung, warum wir schwitzen, wenn es uns zu heiß wird. Schweiß ist eine Flüssigkeit, die so wie das Wasser nach dem Baden eine Abkühlung der Haut durch Verdunstung bewirken kann. Stellen wir uns schweißgebadet an eine windige Stelle, dann spüren wir die angenehme Abkühlung besonders gut.


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